Beim Suchen nach einer für mich passenden Hündin, verbringe ich tage und nächtelang die Zeit im www.

Anrufe werden getätigt, etliche Emails werden versendet.

Bis ich dann eine engere Auswahl getroffen habe. 

Und los geht's. 

Wir machen uns auf den Weg zu unserer hoffentlich bald uns gehörenden Hündin. 

Ein paar mal jedoch müssen wir das dann in Kauf nehmen das es einfach nicht passt zwischen unseren neuen Fellknäuel und unserer Familie. 

Es wird weiter gesucht. 

Und dann haben wir sie gefunden. 

Eine sehr weite Reise, liegt vor uns, eine tolle Familie und eine sehr hübsche Beagle Hündin. 

 

Die Zeit vergeht schnell, manchmal zu schnell. 

Mittlerweile haben wir mit unserer Niki Ausstellungen besucht, sind zur BP und zur AP angetreten. 

Alles hat sie mit Bravour und ausgezeichneten Erfolgen gemeistert. 

 

Sie wird die Hündin sein, mit der ich meinen ersten Wurf plane. 

Nun hat sie das passende Alter erreicht und alles andere was ich mir wünschte. 

Nun heisst es auf die nächste Läufigkeit zu warten. 

Sonst vergeht die Zeit immer rasend schnell. 

Aber mir kommt es vor, als wäre es eine Ewigkeit bis ich den ersten Tropfen Blut entdeckte.

Sie ist läufig. Endlich. 

Ich setzte mich an meinen PC und suche nach einen passenden Deckrüden. 

Er muss zu Niki passen. 

So einfach wie sich das anhört ist das aber nicht. 

Nach einiger Zeit fällt dann die Entscheidung wer der Auserwählte sein wird. 

 

In der Hitze machen wir uns dann auf dem Weg zum Auserwählten. 

Wenn man viel Glück hat, funktioniert es gleich auf Anhieb. 

Aber oft ist es auch anders. 

Wenn die beiden dann "Hochzeit" hatten, mache ich mich auf den Heimweg mit meiner hoffentlich belegten Hündin.

Das Warten beginnt. 

Ist sie oder ist sie nicht. 

 

Die Zeit will einfach nicht vergehen und ich fiebere den Tag herbei, wo der erste Ultraschall Termin am Termin Kalender steht. 

 

Auf jede kleine Veränderung  wird ab heute geachtet. 

Da fällt einem viel auf. 

Die Hündin schläft mehr, kann einige Tage appetitlos sein usw.

Ja, genau das ist bei ihr auch so. 

Oder bilde ich mir das ein? 

Ist sie eventuell scheinträchtig?! 

Ich mache mir Gedanken, verhalte mich wie eine Verrückte bis zu dem Tag X. 

 

"Tut mir leid, ihre Hündin ist sicher nicht trächtig" sagt mein Tierarzt. 

Ich verfalle in dem Moment. 

Das kann doch gar nicht sein denk ich mir. 

Ich war mir doch so sicher. 

Alle Anzeichen sprechen doch dafür und ich kenne meine Hündin wie kein anderer. 

Für mich ist sie trächtig. 

Zum Glück verlasse ich mich in der Hinsicht auf keinen anderen und akzeptiere diese Diagnose nicht. 

Trotzdem rauben mir die nächsten Nächte mir meinen Schlaf. 

Ich suche erneut den Tierarzt auf eine Woche später. 

Es wird wieder Ultraschall gemacht. 

"Oh da ist ja doch etwas. Die Hundemama hat die kleinen aber sehr gut versteckt." 

Puh. Mir fallen 100 Steine vom Herzen. 

Bin ich doch nicht so blöd und bilde mir alles ein... 

 

Es beginnen für uns spannende, anstrengende aber auch schöne Wochen. 

Bis eine Woche vor der Geburt. 

Wird sie vor dem Termin werfen, oder pünktlich? Wer weiß das schon. 

Wahrscheinlich nicht mal die Hündin, da ja die Welpen die Geburt einleiten. 

 

Eine Woche vor der Geburt bin ich sowieso dauernd in ihrer Nähe, auch nachts schläft sie bei mir, um jede Kleinigkeit zu bemerken und falls es notwendig ist zu handeln bin ich da. 

Es ist echt Nerven zermürbend, jedes kleine Anzeichen könnte die bevorstehende Geburt ankündigen. 

Ihr Futter frisst sie noch genüsslich. Dann wird es heute wohl nichts mit den Welpen. 

Aber sie hechelt, schnauft, atmet schwer und sieht mich mit ihren grossen Augen an. 

Vielleicht ist es diesmal anders. 

Vielleicht frisst sie und kurz darauf geht es los, denk ich mir. 

Alles ist für sie jetzt sehr anstrengend. 

Sie mag keine Stiegen mehr steigen. 

Natürlich trage ich sie hinunter. 

Jede Nacht warte ich drauf das es endlich los geht. Schlafen tu ich in dieser Zeit nicht sehr tief. Bei jeder Kleinigkeit werde ich munter. Es ist 2 Uhr nachts. 

Sie steht hechelnd vor meinem Bett. 

Die kleinen drücken auf die Blade somit muss sie öfter ihr Geschäft machen. 

Alle paar Stunden gehe ich mit der hoffentlich bald werdenden Mutter in den Garten. 

Natürlich mit Taschenlampe. 

Es könnte ja von mir was übersehen werden und es muss schließlich alles kontrolliert werden. 

Ausfluss, Ausscheidungen etc. 

 

Die Tage vergehen.. Die Nächte werden immer kürzer. Bekanntlich wird Schlaf ja überbewertet. 

Da das Leben ja weiter geht muss ich auch am Tag für meine beiden Kinder und unseren anderen Vierbeinern da sein, was in dieser Zeit sehr anstrengend sein kann. 

 

Mittlerweile denke ich sie bekommt einen Esel. 

Ab und zu hechelt sie, um sich dann wieder hinzulegen und weiter zu brüten. 

Wenn der 61. Tag anbricht, bin ich schon ein halbes Nerven Wrack. Hoffentlich überträgt sie nicht. Es werden doch alle gesund sein und es wird bald los gehen. Mein Tierarzt ist ab diesem Zeitpunkt Tag und Nacht für mich erreichbar was ich sehr schätze. Ich hoffe jedoch jedes Mal, daß ich ihn nicht brauche und das wir alles alleine schaffen werden. 

 

Aber heute denke ich wird es was. 

Meine "dicke" ist schon den ganzen Tag so ruhig. 

Die Ruhe vor dem Sturm. 

Ganz bestimmt kommen die Welpen heute Nacht. 

Die Hündin durchwühlt ihre Wurfkiste, läuft nervös umher und muss andauernd in den Garten.. 

Weckt mich nachts hechelnd und nervös um dann wieder seelenruhig neben mir einzuschlafen. 

Wahrscheinlich waren es doch nur Senkwehen. 

Das geht paar Tage so. 

 

Doch dann kommt der Tag, der vorrausberrechnete Geburtstag unserer Welpen, Tag 62, 63 oder gar 66. wo meine Hündin noch nervöser wird, noch stärker hechelt und extremer in ihrer Wurfkiste die Decken hin und her schleudert. 

Und nicht nur meine Hündin wird nervöser. 

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. 

Ich frage mich ob ich noch einkaufen fahren. Ich möchte meine Hündin nicht mehr alleine lassen, sobald die Wehen begonnen haben. 

 

Jetzt langsam müssten sie aber bald das Licht der Welt erblicken. 

Die einigen Tage des Schlafentzuges machen sich immer bemerkbarer. Wenn es dann endlich los geht bin ich hunds elendig müde. 

Aber ich halte mich mit Kaffee und Energy Drinks munter. 

Jetzt darf sie auf gar keinen Fall mehr alleine in den Garten. Falls draußen ein Welpe versehentlich zur Welt kommen sollte, hätte er eine geringe Überlebenschance, falls er im Garten nicht entdeckt wird. 

 

Es ist also soweit. Der vorausberrechnete Tag der Geburt bricht an. 

Die Anzeichen werden immer deutlicher. 

Und sie verweigert ihr Futter. 

Das hecheln wird extremer. 

Sie muss öfter hinaus um sich zu lösen. 

Noch öfter als die letzten Tage. 

Endlich beginnt sie nach der langen Eröffnungsphase zu pressen. 

Idealerweise sollte der erste Welpe innerhalb einer Stunde da sein. Falls das nicht so ist, sollte man einen Tierarzt zu Rate ziehen. 

Oder man hilft sich selbst. 

Hab ich schon öfters gemacht um der Hündin zu helfen. 

Der erste Welpe ist da. 

Meine Hündin befreit sie von der Frucht Hülle und frisst den Mutterkuchen. 

Sie beisst die Nabelschnur durch und stimuliert den Welpen mit ihrer Zunge, er fängt an zu atmen und schreien. 

Schon bei ihrer ersten Geburt hat sie das alles Instinktsicher gemacht, als wenn sie noch nie etwas anderes gemacht hätte. 

Und so geht es weiter nach der Reihe. 

Sie bekommen ihre Bändchen mit verschiedenen Farben um sie dann auseinander zu kennen zu können. 

Sie werden gewogen, alles wird dokumentiert, kontrolliert, ob kein Fruchtwasser mehr in der Lunge ist usw. 

Dann geht's wieder ab zu Mama und zu den Zitzen. 

Im Normalfall läuft das alles so in etwa ab. 

Leider verläuft aber nicht immer alles nach Plan. 

Manchmal trinken die Welpen zu wenig oder saugen nicht richtig, weil sie zu klein sind. 

Dann muss man Fläschchen geben. 

Alles steril abgekocht versteht sich natürlich. 

Gleich wollen sie das Fläschchen nicht aber nach ein paar Versuchen funktioniert das dann auch sehr gut. 

Man muss sehr aufpassen das sie sich nicht verschlucken da sonst Milch in die Lunge kommen könnte. 

Wenn das Fläschchen leer ist, muss ich das kleine Bäuchlein massieren, da sie noch nicht alleine Urin und Kot absetzen können. 

Man freut sich dann sehr wenn sie prächtig gedeihen und super zunehmen. 

Und auch das ist manchmal leider nicht der Fall.

Wenn die Natur es so will, sterben trotz all den Bemühungen die kleinen Welpen.

Sie haben zu wenig Lebenswillen und schlafen dann für immer ein.

Schrecklich ist das für mich, wenn man alles versucht und trotzdem gegen die Natur verliert.

 

Mit ca 3 Wochen beginnt man mit Rinder Faschierten. 

Sie reissen sich darum wie kleine Geier. 

Genauso wie bei der ersten Milch die sie alleine aufschlecken dürfen. 

Abgesehen von der Sau Wirtschaft die da die ersten Male entsteht.

Meistens stellen sich die kleinen gleich mit den Füssen in den Futternapf und rutschen drin herum oder stürzen beim Spielen hinein. 

Von Tag zu Tag funktioniert das fressen aus dem Napf besser. 

Aller Anfang ist schwer. Aber die kleinen lernen sehr schnell. 

Ab jetzt werden sie von Tag zu Tag lebendiger. 

Sie fangen an richtig zu laufen, wedeln mit dem Schwanz und spielen schon richtig miteinander. 

Natürlich werden auch die ersten laute ausgetestet. 

Es wird geknurrt und gebellt. 

Süss anzuschauen wie sich die kleinen schon behaupten können. 

Mit 5 Wochen dann erforschen sie dann erstmals den Garten. Vorausgesetzt das Wetter lässt es zu. 

Was sie für eine Freude haben, wenn sie draußen sind. 

Da wird gelaufen und gespielt. 

Meist wollen sie gar nicht so schnell wieder hinein ins Haus.

Da man nicht mit jedem Welpen wenn sie sich lösen müssen sofort hinaus gehen kann, haben wir ein Kisterl mit Pellets gefüllt, wo die Welpen dann ihr Geschäft hinein machen sollten.

Das muss aber auch erst gelernt werden. 

Vorher geht aber noch vieles daneben. 

Sie steigen nicht nur einmal in die Lulu Pfütze oder gar in die andere matschige Angelegenheit. 

Und weils so schön ist laufen sie auch durch und verteilen alles in ihrem Welpen Auslauf. 

Die Zeit der Trächtigkeit will nicht vergehen weil man drauf wartet bis die kleinen endlich das Licht der Welt erblicken, wobei ich sagen muss wenn sie dann da sind, verfliegt die Zeit. Das geht mir immer viel zu schnell. 

Denn 8 Wochen sind nicht lange. 

Bald müssen uns unsere Schätze verlassen. 

Doch bis dahin geschieht noch einiges. 

Wir fahren mit dem Auto, gehen spazieren und machen alles so gut wie es möglichst ist, um die Kleinen auf ihr weiteres Leben ohne Mama und Geschwister vorzubereiten. 

Natürlich darf der Tierarzt Besuch auch nicht fehlen. 

Wenn der Auszug dann naht, sind wir alle sehr traurig.

Man verbringt ja doch sehr viele Stunden mit den kleinen. 

Am liebsten würde man sie alle behalten. 

Ich versuche für die kleinen Liebe nette neue Eltern zu finden. 

Das ist leider auch nicht immer einfach. 

Ich verlasse mich da auf meine Menschen Kenntnis und auf mein Bauch Gefühl. 

Ich freue mich immer sehr, wenn ich von den neuen Welpen Eltern dann einen Einblick in ihr neues Leben bekomme. 

Die meisten Besitzer schicken ab und zu Fotos. 

Manche mehr, manche weniger. 

Und manche melden sich auch gar nicht mehr. Das finde ich sehr schade und traurig. 

Manchmal trifft man sich auch. 

Das finde ich sehr schön, wenn man sieht wie sie gross geworden sind und wie sie sich verändert haben. 


Trotz des vielen Aufwandes, Kosten, Bemühungen und der Traurigkeit die kleinen dann in ihr neues Heim abgeben zu müssen, könnte ich mir ein Leben ohne meiner Hobby Zucht nicht mehr vorstellen. 

Ich liebe es wenn man denen kleinen zusehen kann, wie sie wachsen und sich täglich verändern. Es ist einfach wundervoll und einzigartig. 

Das war schon immer mein Kindheitstraum. 

Auch wenn nicht immer alles so läuft wie man es gerne hätte, man manchmal vielleicht kurz vorm verzweifeln ist, es meistens ganz anders kommt als geplant, habe ich es noch nie bereut meinen Traum verwirklicht zu haben.